Facebook setzt Holtzbrinck mit Klage gegen StudiVZ unter Druck

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Das erfolgreichste Social Network der Welt Facebook (100 Mio Nutzer) verklagt das erfolgreichste europische Network StudiVZ (10 Mio Nutzer, mit Ablegern) wegen Diebstahl geistigen Eigentums – und die Branche fragt sich, warum erst jetzt. Die Tatsache, dass StudiVZ eine freche Copycat der US-Studentencommunity ist, war seit dem Verkauf an Holtzbrinck Ende 2006 bekannt. Stefan von Holtzbrinck hat jetzt das Problem, die ungeheure Klickzahl in Werbegeld umzusetzen. Und einen Rechtsstreit an der Backe. Aber warum gerade jetzt? Netzkonom Holger Schmidt von der „FAZ“ vermutet: Facebook will den Preis fr eine angestrebte bernahme drcken. Holtzbrinck-Manager Konstantin Urban reagierte sofort und lsst wissen: Holtzbrinck werde StudiVZ auf keinen Fall verkaufen. Rafit Ali von PaidContent.org schtzt, dass die Klage von Facebook gegen StudiVZ nicht die letzte ihrer Art gewesen sein drfte: Mindestens acht weitere Netzwerke weltweit weisen demnach hnlichkeiten mit Facebook auf, darunter das chinesische Portal Xiaonei. StudiVZ-Chef Marcus Riecke wehrt sich gegen die Plagiats-Vorwrfe von Facebook; die Klage sei der Versuch, ein weltweites Monopol bei Social Networks durchzusetzen. Dies werde die Justiz aber schnell entlarven.

Mobiles Internet – Eine Studie was Nutzer wollen

Welche Angebote interessieren mobile Internetnutzer am meisten? Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Lndern? Der norwegische Softwarehersteller Opera hat die Nutzungsdaten seines mobilen Browsers ausgewertet und gibt Antworten.

Soziale Netzwerke werden von mobilen Internetnutzern am hufigsten aufgerufen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “ State of the Mobile Web“ des norwegischen Browserherstellers Opera.

Demnach nehmen soziale Netzwerke weltweit gesehen fast 41 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs ein. In den USA werden sogar in mehr als 60 Prozent der Flle die Seiten der Kontaktplattform-Anbieter aufgerufen.

In Deutschland interessieren sich die Nutzer des mobilen Internets vor allem fr Unterhaltungs- und Sportinhalte (28 Prozent). Vergleichsweise hufig (7 Prozent) werden auch Angebote von E-Commerce-Anbietern angeklickt.

Snapshot: Germany

  • Compared to users in other countries, German users shop the most on Opera Mini. E-commerce accounts for more than 7% of German Opera Mini traffic.
  • German users of Opera Mini enjoy entertainment and sports content on their mobile phones. More than 28% of traffic heads to entertainment and other leisure sites.

Top 10 sites in Germany

  1. www.google.de
  2. www.studivz.net
  3. www.wer-kennt-wen.de
  4. www.jappy.de
  5. www.schuelervz.net
  6. m.web.de
  7. mobil.spiegel.de
  8. m.gmx.de
  9. www.lokalisten.de
  10. wap.sport1.de

re:publica 08 in Berlin erfolgreich gestartet

re:publica berlin 2008

Zwischen Kultur, Medien, Politik und alltglich genutzter Technik: Vom 2. bis 4. April 2008 treffen sich in Berlin Blogger und andere Netzbewohner zur re:publica08. Das Konferenz-Motto Die kritische Masse steht fr verschiedene Seiten des gleichen Komplexes: Das Internet und neue Kommunikationsformen werden immer mehr in das Leben der Menschen integriert. Web 2.0-Anwendungen entwickeln sich zu Selbstlufern.

Die Keynote „Ntzliches Vergessen“ wurde von Viktor Mayer-Schnberger (Professor an der John F. Kennedy School of Government / Harvard University) gehalten. Indirekt wurden alle Teilnehmer zu verstrkten Protesten gegen die Datensammelei sozialer Netzwerke aufgerufen.

Direkt im Anschluss folgte eine hitzige Diskussion ber die Zukunft der Social Networks „Geschlossene Tren oder offene Fenster“. Der Artikel von heise.de beschreibt den Verlauf ziemlich treffend, daher spare ich mir eine eigene Zusammenfassung:

Michael Brehm, einer der drei Geschftsfhrer Plattform StudiVZ, hielt dagegen, dass die Einstellmglichkeiten rund um die Privatsphre bei am meisten kritisierten sozialen Netzwerk gerade erweitert worden seien. „Wir haben Suchmaschinen explizit ausgeschlossen.“ Jeder Nutzer knne so nach eigenem Gutdnken ber das Lschen eigener Angaben entscheiden, ohne dass Informationen gleich in den Cache groer Wegweiser durch den Netzdschungel wandern wrden.

Brehm bestritt, dass StudiVZ Nutzerdaten verkaufen wolle. Die Mitgliederdatenbank sei „prinzipiell nichts wert“, behauptete er. „Jedes Telefonbuch hat bessere Datenbestnde als wir.“ Das Geschftsmodell bestehe vielmehr hnlich wie beim Fernsehen im Verkauf von Werbung, die nach Kriterien wie Geschlecht, Stadt, Alter und Region schaltbar sei.

Joel Berger, Leiter des Deutschlandgeschfts von MySpace, will Voreinstellungen einfhren, mit denen bestimmte Bilder nur fr mit dem eigenen Profil vernetzte Freunde zugnglich gemacht werden knnten. Insgesamt versprach er mehr Mittel zum „Finetuning auch beim Eingriff in die Nutzerdaten“. Lange Zeit inaktive Accounts mit wenigen Kontakten wrden automatisch gelscht.

Der Internetunternehmer Dirk Olbertz hlt die in sich geschlossenen sozialen Netzwerke dagegen generell fr berholt. Auch ffnungsanstze fr Applikationen Dritter wie bei dem von Google vorangetriebenen Open Social gehen ihm nicht weit genug. Mit NoseRub hat er dagegen ein Projekt entworfen, bei dem eigene Identitt nebst Freunden und Profilinhalten auf einem eigenen Server oder einem frei zu whlenden Hosting-Dienst gepflegt werden knnen sollen. Das Umziehen mit den kompletten Informationen nebst Kontakten wird damit laut Olbertz „jederzeit mglich“.

In eine hnliche Richtung zielt die Firma Mixxt von Oliver berholz, die einen Baukasten fr soziale Netzwerke vorantreibt. Dort msse man seine „globale Identitt“ nicht immer preisgeben und knne fr verschiedene Plattformen unterschiedliche Datenschutzvorkehrungen treffen. Das komplette Lschen von Inhalten sei bei vernetzter Kommunikation aber immer eine komplizierte Sache, rumte er ein.

Viele der Zuhrer nutzten die Diskussion derweil fr eine der besonderen interaktiven Konferenzfunktionen in Form einer „SMS-Wand“ hinter den Rcken der Podiumsteilnehmer. Die Vernetzung mit der Debatte lie aber zu wnschen brig. Die Eingaben erschpften sich grtenteils im „Lstern“, wie es eine der Kurzmitteilungen auf den Punkt brachte.

Soziale Netzwerke leben von dem Vertrauen der User. StudiVZ musste bereits die schmerzhafte Erfahrung machen, wie schnell die Gemeinde auf Vernderung der AGB reagieren kann. Daten jeglicher Art sind absolut diskret und vertraulich zu behandeln. Selbst die Verarbeitung fr Werbezwecke halte ich fr ziemlich bedenklich. Durch den offenen Dialog mit dem User bzw. der Community lsst sich dieses Problem einvernehmlich lsen. Der User sollte jederzeit einsehen knnen welche Daten gespeicher, und wem diese Daten zugnglich gemacht werden. Ausserdem sollte der User die Wahl haben, seine Privatsphre individuell zu gestalten.

Quelle: Heise.de

Dezente Werbung auf StudiVZ

Die Marketingprofis von StudiVZ versuchen sich jetzt mit Bannerwerbung. Otto.de und Weltbild passen ja auch hervorragend in diese Zielgruppe, und lassen die Klickzahlen bestimmt tglich in den zweistelligen Bereich steigen. Weiter so und toi, toi, toi.

Holtzbrink-Gruppe bernimmt StudiVZ

Die Holtzbrink-Gruppe bernimmt den Portalbetreiber StudiVZ fr einen zweistelligen Millionenbetrag. ber die genaue Summe wird derzeit noch spekuliert.

Hamburg – Mindestens ein weiterer Bieter war in dem Verkaufsverfahren unterlegen, am Ende erhielt Holtzbrinck den Zuschlag: StudiVZ, die Studenten-Community mit mehr als einer Million Mitglieder, ging nach Informationen von SPIEGEL ONLINE fr mehr als 100 Millionen Euro an die Verlagsgruppe, der unter anderem auch das „Handelsblatt“ und „Die Zeit“ gehren. Offiziell wollte Holtzbrinck den Kaufpreis nicht besttigen. Der Verlag war vorher bereits als Minderheitseigner bei StudiVZ engagiert.

Der gestern vollzogene Verkauf ist der erste groe Abschluss im Geschft mit dem sogenannten Web 2.0 in Europa – und das trotz aller Kritik, der sich StudiVZ im letzten halben Jahr ausgesetzt sah.

Quelle: Spiegel Online

Weitere Details sind auch auf dem Blog von StudiVZ zu finden.

StudiVZ und die Folgen

Was derzeit bei StudiVZ passiert ist alles andere als erfreulich. Neben zahlreichen Peinlichkeiten und Pannen stellt sich mir nun die Frage, wie geht’s weiter? Mit welchen Konsequenzen haben andere Web 2.0 Unternehmen zu rechnen? Und wie kann man dem in Zukunft vorbeugen?
Der Themenblog hat diesem Thema angenommen.

Und das ist die vielleicht wichtigste Botschaft aus den StudiVZ-Stories fr alle, die sich mit dem Aufbau von Community-Systemen beschftigen: Die Qualitt eines Netzwerkes bezieht sich einzig aus der Qualitt ihrer Mitglieder. Nutzerzahlen, so schn sie auch im wchentlichen Mitteilungen zu instrumentalisieren sind, sind allenfalls ein Kriterium fr Investoren, nicht fr die Mitglieder selbst. Communities leben davon, Gleichgesinnte zusammenzubringen, nicht alle mit allen irgendwie zu vernetzen. Der wirkliche Erfolgsfaktor einer Community ist, wie gut die neuen Mitglieder sind, die von den Bestandsmitgliedern angezogen werden. Hier ist weniger Wachstum immer besseres Wachstum. An dieser Stelle ein letzter Rat an Start-ups: Trumt vom Quick-Flip, aber redet nicht darber.

studiVZ glnzt erneut durch skandaltrchtige Aktivitten

Bislang habe ich nicht’s zu diesem Thema geschrieben, da ich von geschmacklosen PR-Kampagnen ausgegangen bin. Inzwischen scheint es sich eher um eine stark ausgeprgte Form von Profilneurose gepaart mit einer grossen Portion von Missmanagement zu handeln. studiVZ ist seit Wochen mit unglaublichen Meldungen in den Schlagzeilen.

Neben der Sddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau berichtet der Spiegel in seiner heutigen Online-Ausgabe ber dieses Thema:

Die Studenten-Community StudiVZ hat neuen rger. Eben erst geriet das Netzwerk wegen Nazi-Witzen und peinlichen Filmchen eines Grnders ins Gerede – nun geht es um organisierte Belstigung von „geilen Schnitten“ und „Miezen“. Einer der Grnder wollte sogar mitmachen.

Kurz zusammengefasst:

studiVZ CEO Esshan belstigt Frauen in der U-Bahn und auf dem WC. studiVZ CEO Esshan diskrimiert Obdachlose auf der Strasse. Ok, ist seine Sache, aber warum stellt jemand solche Video’s auf eine ffentliche Plattform?

Hinzu kommt eine wirklich fragliche Einladung zu einer Geburtstagsfeier (via blogbar) und massive Sicherheitslcken (via www.get-privacy.info) in der User-Datenbank.

Erst jngst wurde eine Gruppe auf studiVZ entdeckt, in der Miss-Wahlen ohne Einwilligung (via blogbar) der Kandidatinnen vorgenommen wurden. Erschreckend ist hierzu die Stellungnahme eines Mitgrnders, der zwar die Formulierung der Gruppenbeschreibung bemngel und ordnungsgem um eine Korrektur bittet, gleichzeit jedoch sein Interesse an einer Mitgliedschaft in dieser Gruppe bekundent.
Blogger haben herausgefunden, dass der Quellcode der Software ohne signifikante Anpassungen vom amerikanischen Orginal Facebook kopiert wurde.
Ich bin schon sehr gespannt, wann die Investoren (via dittes) nach diesen irreversiblen „Fehltritten“ hart durchgreifen werden.