Den folgenden Artikel habe ich gerade auf Business-Wissen.de entdeckt:
Manche erinnern sich noch an die Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. In einem ausgeklügelten Prozedere überboten sich die Telefon-Unternehmen gegenseitig und legten am Ende viele Milliarden Euro auf den Tisch. Auf dem Tsukiji-Fischmarkt in Tokio werden jeden Morgen in eineinhalb Stunden Fische und Meeresfrüchte im Wert von vielen Millionen US-Dollar versteigert. Die Händler feilschen nur mit Handzeichen und in wenigen Sekunden geht ein Thunfisch für rund 10.000 US-Dollar über die Theke.
Märkte gelten als die effizienteste Form für den Austausch von Waren und Dienstleistungen. Immer wieder sind ihre Apologeten begeistert von ihrer Leistungsfähigkeit. Doch sind sie letztlich eine unzulängliche menschliche Erfindung, meint der “Markt-Experte” John McMillan von der Stanford Graduate School of Business.
Wenn ein neuer Markt entsteht, funktioniert das immer nur durch Versuch und Irrtum. Meistens sind es einzelne Marktteilnehmer, die ihn erfinden; Märkte entstehen spontan und ungeplant. Als Pierre Omidyar im Jahr 1995 eine private Webseite einrichtete, über die Menschen gebrauchte Produkte oder unnütze Geschenke weiter verkaufen konnten, dachte er noch nicht an ebay, das in kurzer Zeit daraus entstand.
Für das Funktionieren von Märkten sind fünf Elemente von zentraler Bedeutung:
- Informationen fließen frei: Alle Marktteilnehmer können sich ein Bild von Angebot und Nachfrage oder von den Eigenschaften der Produkte machen.
- Eigentumsrechte sind geschützt: Wer ein Produkt kauft, vertraut darauf, dass es ihm dann auch gehört.
- Vereinbarungen werden eingehalten: Menschen sind zurückhaltend, wenn sie davon ausgehen, dass Vereinbarungen nicht eingehalten werden.
- Nebeneffekte auf Dritte werden eingeschränkt: Ansonsten werden diese in das Marktgeschehen eingreifen.
- Konkurrenz wird gefördert: Sie sorgt für Innovation, immer wieder neue Verhandlungen und Partnerschaften und damit letztlich auch dafür, dass die Marktteilnehmer einen Nutzen (Gewinn) erzielen können.
Wenn diese Elemente nicht richtig zusammenspielen, dann ist der Markt unzulänglich. Er wird gestört und bringt den Marktteilnehmern nicht die erhofften Gewinne. So können Verhandlungen behindert werden oder Vertragsabschlüsse beschränkt. Wenn ein Marktteilnehmer dafür sorgt, dass eines der Elemente besser funktioniert, wird er meistens dafür belohnt. Er erzielt höhere Gewinne. Denn er senkt mit seiner Innovation für die anderen Teilnehmer die so genannten Transaktionskosten.
Manchmal greift der Staat so in den Markt ein, dass er ihn stört; manchmal schafft er aber auch die Voraussetzungen, dass die fünf zentralen Elemente zur Geltung kommen. Aus diesem Grund lasse sich nicht eindeutig bestimmen, ob der Staat in das Marktgeschehen eingreifen solle oder nicht, meint McMillan. Doch gerade darüber würden heftige ideologische Kämpfe geführt.
Links und weitere Informationen
Einen Beitrag zur Naturgeschichte von Märkten von John McMillan finden Sie unter:
» http://www.nzzfolio.ch/www/…
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